09.01.2014

Tagesanzeiger: Wo die atomare Bedrohung am höchsten ist.

Immer weniger Länder der Welt besitzen waffenfähige Materialien – die Welt wird also insgesamt sicherer. Doch die Unterschiede sind immens: Im Gegensatz zur Schweiz werden gefährliche Stoffe oft nur schlecht gesichert.

Deutlich weniger Länder als früher haben das Wissen und das strahlende Material für eine Atombombe. Die Zahl der Staaten ist einer US-Studie zufolge seit 2012 von 32 auf 25 gesunken. Das sei ein wichtiger Schritt, erklärte die Gruppe Nuclear Threat Initiative in Washington. Damit verringere sich das Risiko des Diebstahls von Nuklearmaterial. Dennoch gebe es «gefährlich schwache Glieder» in der Kette zur Sicherung von Atommaterial. Terroristen könnten dies womöglich ausnutzen, hiess es weiter.

Der Studie zufolge haben seit 2012 Mexiko, Schweden, die Ukraine, Vietnam, Österreich, Tschechien und Ungarn alle oder fast alle waffentauglichen Atommaterialien von ihrem Territorium entfernt. Unter den 25 Ländern mit dem nötigen Nuklearmaterial taucht auch Deutschland auf. In puncto Sicherheit liegt die Bundesrepublik der Untersuchung zufolge auf Platz vier hinter Australien, Kanada und der Schweiz.

«Die Folgen wären katastrophal»

Die schwächsten Sicherheitsvorkehrungen gegen Diebstahl der gefährlichen Stoffe werden Israel, Pakistan, Indien, dem Iran und Nordkorea bescheinigt. Dabei ging es um genaue Buchhaltung sowie um Sicherheitsvorkehrungen beim Lagern und beim Transport.

Weltweit gibt es Schätzungen zufolge 1400 Tonnen hoch angereichertes Uran und fast 500 Tonnen Plutonium. Sie werden an Hunderten verschiedenen Orten aufbewahrt. Der Bericht bemängelt, dass ein erheblicher Teil des Materials nur schlecht gesichert sei. Damit könnten die strahlenden Stoffe gestohlen oder heimlich auf dem Schwarzmarkt verkauft werden. Für eine Atombombe wird relativ wenig hoch angereichertes Uran oder Plutonium benötigt. Einige Terroristen wie al-Qaida versuchen, in ihren Besitz zu gelangen.

«Die Folgen einer von Terroristen oder einem Schurkenstaat ausgelösten Atomexplosion wären katastrophal», heisst es in dem Bericht. Rückwirkungen gäbe es dann weltweit auf die Wirtschaft, den Handel, das Militär, die öffentliche Gesundheit, die Umwelt, die Bürgerrechte und die Stabilität von Regierungen. (ajk/AP)

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